Gastbeitrag von Jan-Christoph Block, Gründer und Geschäftsführer JCM BLOCK CONSULTING GmbH
Asien bleibt Wachstumsmotor – zugleich nehmen geopolitische Spannungen, regulatorische Unsicherheiten und Wettbewerbsdruck deutlich zu. Für Unternehmen ist die China- und Asienstrategie damit längst kein rein operatives Thema mehr, sondern eine zentrale Governance- und Aufsichtsratsfrage.
China ist heute Innovations- und Hightechstandort mit hochentwickelten Lieferketten und anspruchsvollen Kunden. Klassische Export- oder Repräsentanzmodelle stoßen zunehmend an Grenzen. Erfolgreiche Unternehmen setzen auf echte Lokalisierung: eigene Engineering- und F&E-Kapazitäten, lokale Lieferanten, „In China, for China“ entwickelte Produkte und mehr Entscheidungskompetenz vor Ort.
Gleichzeitig gewinnt der Ansatz China+N an Bedeutung. Die strategische Frage lautet nicht „Raus aus China?“, sondern: Wie lässt sich China sinnvoll ergänzen? ASEAN-Staaten und Indien bieten zusätzliche Standorte zur Diversifizierung von Lieferketten, zur Reduktion von Klumpenrisiken und zur Erschließung neuer Absatzmärkte – ohne den chinesischen Kompetenzvorteil aufzugeben.
Für Aufsichtsräte ergeben sich daraus klare Aufgaben:
- strategische Begleitung der China- und Asienexposure
- kritische Diskussion von Lokalisierungs- und Diversifizierungsentscheidungen
- Bewertung geopolitischer, regulatorischer, Technologie- und Compliance-Risiken
- Sicherstellung, dass entsprechende Asien- und Governance-Kompetenz im Gremium vorhanden ist
China- und Asienstrategien sind damit ein Prüfstein guter Aufsichtsratsarbeit: Wer diese Themen aktiv aufgreift, stärkt Resilienz, Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.
Verfasser: Jan-Christoph Block, Gründer und Geschäftsführer JCM BLOCK CONSULTING GmbH

