Beiratsmandat: Zwei Parteien kämpfen um den Königsweg

13. Apr. 2022 | Allgemein, Der Aufsichtsrats-Blog, Kapitalgesellschaften, Management

Topmanager-Blog von Claus Verfürth / Beitrag von Ulrike Birkigt

Ein guter Beirat dient als Sparringspartner, Impulsgeber, Motivator und Netzwerkgeber. Immer mehr mittelständische Unternehmen haben daher Interesse daran, einen Beirat zu installieren. Insbesondere in unserer herausfordernden Zeit, seien es ganz aktuell die Auswirkungen des Ukraine-Krieges oder der Corona-Pandemie auf Unternehmen, ist ein Beirat umso wichtiger.

Die vermeintliche Macht kommt immer noch

dem berufenden Positionsinhaber zu.

Doch derzeit finden die beiden Seiten der „suchenden Medaille“ nur schwer zusammen. Das liegt vor allem daran, dass Beiratsmandate nicht ausgeschrieben werden und eine Bewerbung auf Beiratsvakanzen somit nicht möglich ist. In einen Beirat wird man heutzutage berufen – daher kommt die vermeintliche Macht immer noch dem berufenden Positionsinhaber zu, nämlich den Gesellschaftern oder der Geschäftsführung. Diese sind am Ende dann auch oftmals die frustrierten Suchenden.

Das Unternehmen sucht:

Unternehmensseitig stellt sich nun die Frage, wer die passenden Mitglieder für den Beirat sind. Ein gutes Gremium ist divers und besteht aus Mitgliedern mit verschiedenen Kompetenzen und Erfahrungen. Das sind insbesondere Kompetenzen zu den Themen Digitalisierung, Energie und Nachhaltigkeit. Auch heute ist das noch nicht immer ein Standard in den Beiräten deutscher Unternehmen.

Das Vertrauen in die Person und deren Kompetenzen spielt bei der Auswahl zum neuen Beiratsmitglied eine ganz entscheidende Rolle. Da wird sich immer noch vorrangig im engsten Familienkreis oder etwa beim Steuerberater, Rechtsanwalt oder fachfremden Beratern umgehört. Ob die richtige Person dann wirklich gefunden wird, ist fragwürdig. Wer offen ist für einen Suchprozess von außen, fragt einen Personalberater, nimmt beispielsweise Kontakt zu Verbänden auf und öffnet sich neuen Prozessen. Früher oder später werden auch Unternehmen merken, dass in ihrem Suchprozess ein Umdenken stattfinden muss, um ein optimal diverses Beiratsteam zusammenzustellen.

Der Gremieninteressierte sucht:

Die Arbeitswelt verändert sich – und damit auch die Sinnfrage über Inhalt und Zeitinvestitionen in der beruflichen Herausforderung. Es gibt Menschen, die hören schon ab Mitte 50 mit ihrer operativen Rolle auf und suchen nach einer sinnstiftenderen Tätigkeit, ihr Wissen und ihre guten Kontakte einbringen zu können. Andere möchten mehr Abwechslung und suchen einen Mix aus operativer Rolle und Gremientätigkeit.

In unserer jetzigen Zeit scheint es eine schiere, ja fast unlösbare Herausforderung, für eine Einzelperson in eine Beiratsrolle zu kommen, denn sichtbare Vakanzen hierzu gibt es nicht. Wenn das persönliche Netzwerk nicht auf eine Beiratsrolle ausgerichtet ist und die passenden Kontakte fehlen, dann ist es für den Suchenden allein fast unmöglich, in diese Rolle zu kommen.

Was kann der Gremieninteressierte nun tun?

Als erstes sollten Sie sich Ihrer Kompetenzen bewusst sein. Überlegen Sie sich, welche Kompetenzen Sie mitbringen und was Sie ausmacht. Ich gebe immer den Rat: „Setzen Sie sich gedanklich auf den Stuhl des Beiratssuchenden aus dem Unternehmen, sprich des Gesellschafters bzw. der Geschäftsführung. Warum soll diese Person Sie in den Beirat berufen? Was macht Sie aus, unterscheidet Sie von anderen Personen? Und vor allem: Für welche Probleme und Herausforderungen eines Unternehmens können Sie ein geschätzter Berater, Impulsgeber oder Netzwerkgeber sein?

Schreiben Sie ihre Kompetenzen aus ihrer Sicht auf. Oftmals hilft auch das Sprechen mit anderen Personen darüber, die Kompetenzen weiter zu heben und zu schärfen. Nur wer sich seinen Kompetenzen ganz klar bewusst ist, kann diese auch werbend einsetzen. Zum heutigen Stand: Ohne Netzwerk keine Beiratsrolle! So viele Menschen haben ein ganz wunderbares Netzwerk, aber nutzen es kaum bis gar nicht, um ihre beruflichen Wünsche zu erfüllen. Was können Sie tun, um ihr Netzwerk zu bearbeiten?

Betrachten Sie im nächsten Schritt ihr Netzwerk und gehen Sie dabei ganz akribisch vor. Schreiben Sie sich bis zu 100 Personen auf, die Sie kennen. Überlegen Sie, aus welcher Branche, Position, welchem Ort usw. diese Person kommt, woher Sie diese Person kennen. Wer von diesen Personen könnte ein geeigneter Gesprächspartner zu Ihrem aktuellen Wunsch sein und warum? Filtern Sie ihre Liste nach den Personen, mit denen sich aus ihrer Sicht mögliche Ansatzpunkte zum Thema Beirat ergeben könnten.

Nehmen Sie Kontakt auf, telefonieren Sie, gehen Sie mit dieser Person einen Kaffee trinken. Sprechen Sie über Ihren Beratungs-/Gremienwunsch – aber Achtung: denken Sie an die Zutat „Netzwerken ist Geben und Nehmen“. Überlegen Sie unbedingt, was Sie dieser Person Gutes tun oder zurückgeben können. Und so gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, um aktiv zu werden, wie z.B. in Verbände oder Stiftungen einzutreten oder mit Personalberatern ins Gespräch zu kommen.

Fazit: Ein klassischer CV reicht für eine gute Positionierung am Markt nicht aus

Wir bei The Boardroom kennen die Herausforderungen eines Gremieninteressierten und begleiten jedes Jahr zahlreiche Personen auf ihrem Weg in ein neues Beiratsmandat. Dazu gehört vor allem das Erarbeiten der Kernkompetenzen, denn ohne dieses Wissen kann sich niemand erfolgreich präsentieren. Auch ein klassischer CV reicht oftmals für eine gute Positionierung am Markt nicht aus, daher arbeiten wir sehr stark kompetenzbasiert.

Da das Thema Networking für einen Start in eine Beiratsrolle entscheidend ist, öffnen wir in der persönlichen Beratung unser exzellentes Netzwerk für Sie, damit Sie mit den richtigen Entscheidern in den Austausch gehen können. Zudem zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr eigenes Netzwerk zielsicher erweitern und nutzen können.

Nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf, wir beraten Sie mit unserem exzellenten Netzwerk und unseren erstklassigen Beratern auf Ihrem Weg in ein neues Mandat.

Über die Autorin

Ulrike Birkigt ist Senior Relationship Managerin bei The Boardroom, dem von Rundstedt-Beratungsbereich für Topmanager.

Die Erstveröffentlichung finden Sie unter www.topmanager-blog.de.

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